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Autor Thema: Was man VOR einer Hämorrhoiden-Operation wissen sollte...  (Gelesen 108 mal)
Darmhilfe
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« am: 12. Februar 2017, 19:21:05 »

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Sie dürfen diesen Text frei weiterverbreiten, aber nicht bearbeiten und nicht kommerziell nutzen!
(Creative Commons Lizenz NC ND)
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Der folgende Text stammt von einem medizinischen Laien und ist nicht als medizinischer Ratschlag bzw. als medizinische Beratung zu verstehen.
Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie unter irgendeinem gesundheitlichen Problem leiden!
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Was man VOR einer Hämorrhoiden-Operation wissen sollte bzw. wie man sich eine Hämorrhoidenoperation so erträglich wie möglich machen kann
(Version 1.0)

Wenn Sie unter Hämorrhoiden „höheren Grades“, wie z. Bsp. Hämorrhoiden 3. Grades, leiden, rate ich Ihnen, zuerst einmal alle „alternativen Hämorrhoidenbehandlungsmethoden“, wie z. Bsp. die Methode(n) aus dem Hämorrhoidenheilungsbuch von Jan Huber, und die verschiedenen naturheilkundlichen und alternativmedizinischen Verfahren zur Hämorrhoidenbehandlung auszuprobieren. Alternative Behandlungsmethoden sind im Gegensatz zu einer Operation weitgehend risikolos und bei manchen Leuten bilden sich die Hämorrhoiden dadurch zurück. Geben Sie diesen Methoden daher eine faire Chance und probieren Sie die verschiedenen Heilverfahren bzw. Heilmittel gewissenhaft aus!

Informieren Sie sich auf jeden Fall auch über die so genannte natürliche Hocksitzhaltung (siehe www.darmhilfe.de) und probieren Sie diese Haltung unbedingt aus, da es in der natürlichen Hocksitzhaltung wesentlich leichter ist, Stuhlgang zu haben.
(Es gibt dafür einen speziellen „WC-Adapter“ namens „Naturplattform“, den Sie über www.darmhilfe.de bestellen können, Sie können aber auch einen ganz einfachen Nachttopf dafür benutzen. Legen Sie den Nachttopf mit Klopapier oder Küchenpapier aus, verrichten Ihr „Geschäft“ in den Nachttopf und kippen den Inhalt dann in die WC-Schüssel…)


Wenn sich allerdings herausstellt, dass die naturheilkundlichen bzw. alternativmedizinischen Heilverfahren wirkungslos bleiben, obwohl Sie sie gewissenhaft und über einen entsprechenden Zeitraum angewendet haben, sollten Sie über eine Operation nachdenken.

Informieren Sie sich in diesem Fall zuerst einmal gründlich über die verschiedenen Operationsverfahren zur chirurgischen Hämorrhoidenbehandlung, wie z. Bsp. über die THD-Methode.
Nutzen Sie dafür alle Informationsquellen, die Ihnen zur Verfügung stehen, wie z. Bsp. das Internet oder medizinische Fachbücher.
Nehmen Sie sich für Ihre Recherchen ausreichend Zeit!
Sprechen Sie anschließend mit Ihrem Hausarzt und mit einem guten Proktologen.
Holen Sie auf jeden Fall mehrere medizinische Meinungen ein!

Entscheiden Sie sich dann für eine Operationsmethode.

Suchen Sie als Nächstes nach einem Chirurgen, der mit dieser Operationsmethode möglichst gut vertraut ist bzw. damit möglichst viel Erfahrung hat. Lassen Sie sich auf keinen Fall von großen Entfernungen abschrecken, d.h. nehmen Sie auf jeden Fall eine lange Anfahrt oder eine größere Reise in Kauf, um sich von einem guten Chirurgen operieren zu lassen!
(Ich persönlich glaube, dass es dabei wichtig ist, auf sein „Bauchgefühl“ zu hören, d.h. wenn Sie bei einem Chirurgen ein schlechtes Gefühl haben, gehen Sie besser zu einem anderen, gleich gut qualifizierten Chirurgen.)

Nehmen Sie sich für jeden dieser Schritte ausreichend Zeit, planen Sie Ihre Operation sorgfältig und tun Sie alles, was in Ihrer Macht steht, um sicherzustellen, dass Ihre Operation ein Erfolg wird!!!

(Zu einer guten bzw. „vollständigen“ Vorbereitung auf eine solche Operation gehört meiner Meinung nach übrigens auch, vor der Operation noch einige Gebete zu sprechen, wie z. Bsp. den Rosenkranz.)

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Die Alternative zu der oben geschilderten Vorgehensweise, d.h. zu einer wohlüberlegten und wohlgeplanten Operation, lautet, dass Sie aus Angst vor einer Operation zuwarten und zuwarten und zuwarten, und die Hämorrhoiden 3. Grades irgendwann, z. Bsp. nach einigen Jahren, von einem Tag auf den anderen, d.h. plötzlich, zu Hämorrhoiden 4. Grades werden und sich nach dem Stuhlgang auf einmal nicht mehr „reponieren“ – d.h. nicht mehr in den Analkanal zurückschieben – lassen.

Die Hämorrhoiden sind dann außerhalb Ihres Körpers, schwellen an und verursachen starke Schmerzen. In einer solchen Lage wird Ihnen kaum etwas anderes übrig bleiben, als rasch die nächste Klinik aufzusuchen. Sobald Sie mit nicht reponierbaren Hämorrhoiden 4. Grades in einer Klinik erscheinen, werden Sie als „Akutfall“ eingestuft und normalerweise noch am gleichen Tag stationär ins Krankenhaus aufgenommen. Dadurch verlieren Sie von einem Moment auf den anderen praktisch ihre gesamte Handlungsfreiheit, da Sie nun „dem Krankenhaus“ bzw. den dortigen Ärzten gewissermaßen „ausgeliefert“ sind und Sie z. Bsp. nicht mehr frei entscheiden können, mit welcher Operationsmethode Ihre Hämorrhoiden operiert werden oder welcher Chirurg Ihre Operation durchführen wird. Darüber hinaus stehen Sie auf einmal unter Druck bzw. unter „Zugzwang“, da die Ärzte Sie vehement bedrängen werden, sich einer schnellen Operation zu unterziehen, und ihre schmerzenden Hämorrhoiden tun gewissermaßen dasselbe.  

D.h. Sie haben in einer solchen Situation fast gar keine andere Wahl, als einer „schnellen Operation“ zuzustimmen.

(Achtung, wenn Sie in dieser Zeit unter einer Erkältung oder Grippe leiden, sollten Sie sich nicht operieren lassen, da auch eine „leichte“ Erkältung oder Grippe das Operationsrisiko stark erhöht und husten nach der Operation aufgrund der offenen Wunden im Analbereich SEHR schmerzhaft ist, da dabei ein starker Druck im Analbereich bzw. im gesamten Körper entsteht.
Besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, was in einer solchen Lage zu tun ist!)

Zur Entfernung Ihrer Hämorrhoiden werden die Ärzte wahrscheinlich das so genannte „Milligan-Morgan Verfahren“ anwenden, das Standardverfahren zur chirurgischen Hämorrhoidenentfernung in Deutschland und Österreich. Bei diesem Verfahren entstehen allerdings offene Wunden im Analkanal, die nicht vernäht werden und die nach der Operation langwierig ausheilen müssen, d.h. Sie müssen mit einer wochenlangen, schmerzhaften Genesungszeit rechnen und damit, dass insbesondere Stuhlgänge in dieser Zeit sehr schmerzhaft und unangenehm sein werden. Insgesamt müssen Sie beim Milligan-Morgan Verfahren also mit einer weit längeren, schmerzhafteren und belastenderen Genesungszeit rechnen als z. Bsp. beim THD Verfahren.

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Allgemeine Tipps vor der Operation

In beiden Fällen, d.h. also unabhängig davon, ob die Operation „wohlgeplant“ ist oder nicht, sollten Sie vor der Operation einige Dinge beachten:
* Essen Sie in den Tagen vor der Operation keine „harten“ Lebensmittel wie Nüsse und auch keine „verstopfungsfördernden“ Lebensmittel wie Schokolade, Hartkäse, Kartoffeln und Weißmehlprodukte mehr, damit der Stuhl nach der Operation möglichst weich ist und Sie beim ersten Stuhlgang nach der Operation möglichst wenig pressen müssen.
* Trinken Sie in den Tagen vor der Operation viel Wasser, Tee oder Obstsäfte.
* Nehmen Sie sich unbedingt einen Nachttopf in die Klinik mit, damit Sie beim ersten Stuhlgang die natürliche Hocksitzhaltung benutzen können!
* Nehmen Sie auch Vitamin C mit, z. Bsp. 250 Gramm z. Bsp. in Form von Natriumaskorbat (das ist „gepuffertes“, d.h. PH-neutrales Vitamin C).
Wenn Sie mehr über Vitamin C wissen wollen und warum es gerade für die Wundheilung so wichtig ist, empfehle ich Ihnen, ein gutes Buch über Vitamin C zu lesen, wie z. Bsp. „Heilung des Unheilbaren“ von Dr. Levy oder Dr. Raths Buch „Warum kriegen Tiere keinen Herzinfarkt“!  
* Stellen Sie sicher, dass in „Ihrer Klinik“ ausreichend Trinknahrung, wie z. Bsp. Fresubin Trinknahrung - z. Bsp. Fresubin Energy oder Fresubin Protein Energy -, verfügbar ist. In den meisten Kliniken kann man sich das als Patient einfach so aus dem Kühlschrank bzw. aus der Stationsküche holen, d.h. kostenlos, Sie müssen sozusagen nur herausfinden, wo es „versteckt“ ist. Falls das in „Ihrer Klinik“ nicht so sein sollte, d.h. wenn es dort keine „Gratis-Fresubin-Trinknahrung“ oder sonst irgendeine andere Trinknahrung gibt, sollten Sie sich vor der Operation privat einige Kartons Flüssignahrung, wie z. Bsp. 4 große „Mischkartons“ Fresubin Protein und Fresubin Protein Energy (das sind 4 x 24 Trinkflaschen á 200 ml in verschiedenen Geschmacksrichtungen) z. Bsp. über Amazon bestellen und in die Klinik mitnehmen.
Bzw. lassen Sie sich die Flüssignahrung, wenn Sie bereits stationär in die Klinik aufgenommen wurden, schnellstmöglich bringen, damit Sie nach der Operation gleich auf Flüssignahrung umsteigen können!
(Trinknahrung kann man natürlich auch in der Apotheke bekommen, aber dort sind die Preise wesentlich höher als z. Bsp. über Amazon, allerdings kann die Apotheke die Trinknahrung normalerweise wesentlich schneller liefern...d.h. wenn Sie schnell Trinknahrung brauchen, gehen Sie lieber in die Apotheke und kaufen dort erst einmal eine geringe Menge, und bestellen den Rest günstig über Amazon…)
Achten Sie darauf, dass die Trinknahrung „zur vollständigen Ernährung“ bzw. zur „ausschließlichen Ernährung“ geeignet ist, d.h. also, die Trinknahrung sollte alles enthalten, was der menschliche Körper zu seiner täglichen Versorgung braucht.
Berechnen Sie Ihren täglichen Kalorienbedarf wenn möglich schon vor Ihrem Klinikaufenthalt – es gibt dafür entsprechende Berechnungsformeln bzw. Kalorienrechner im Internet – damit Sie wissen, wie viele Flaschen der Trinknahrung Sie täglich trinken sollten, um nicht abzumagern. Die in einer Flasche enthaltenen Kalorien sind normalerweise außen auf der Trinknahrungsflasche aufgedruckt, bzw. können Sie diese Informationen bei den meisten Trinknahrungen auch im Internet finden.
Lassen Sie sich nicht von der sehr geringe Menge Natriumfluorid in der Trinknahrung abschrecken! Leider sind inzwischen praktisch alle Trinknahrungen zur ausschließlichen bzw. vollständigen Ernährung mit einer sehr geringen Menge Fluor versetzt, da die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (abgekürzt DGE) der Meinung ist, dass Fluor eine Rolle beim Knochenaufbau spiele, was dazu geführt hat, dass inzwischen praktisch alle Trinknahrungshersteller ihren Trinknahrungen zur ausschließlichen bzw. vollständigen Ernährung eine geringe Menge Fluor zusetzen (derzeit beim Fresubin Protein bzw. Fresubin Protein Energy 0,2 Milligramm Natriumfluorid pro 100 ml, d.h. in einer 200 ml Flasche sind insgesamt 0,4 Milligramm Natriumfluorid enthalten). Nach einer Hämorrhoidenoperation ist es meiner Meinung nach auf alle Fälle besser, auf Trinknahrung umzustellen und eine minimale Menge Fluor in Kauf zu nehmen, als feste Nahrung zu sich zu nehmen und damit das Risiko einer schlechten Wundheilung einzugehen oder zu riskieren, dass die Wunde durch die aus fester Nahrung resultierenden größeren Stuhlmengen wieder aufgerissen wird oder schlecht verheilt (was zu Blutverlust und einer Vielzahl weiterer Komplikationen führen kann), ganz zu schweigen von den damit verbundenen Schmerzen beim Stuhlgang.
Allgemein rate ich Ihnen aber, sich von sämtlichen Produkten fernzuhalten, die Fluor enthalten, und auch keine fluoridierten Zahnpasten zu verwenden.
* Nehmen Sie außerdem auch ein gutes Basenpulver, wie z. Bsp. das Dr. Jacobson Basenpulver, in die Klinik mit, da es sein kann, dass Sie von der Flüssignahrung anfänglich leichtes Sodbrennen bekommen. Sobald sich der Körper an die Flüssignahrung gewöhnt hat, sollte das Sodbrennen nicht mehr auftreten.

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Nach der Operation

Nach der Operation kommt es vor allem darauf an, eine gute Wundheilung sicherzustellen und die Wunde möglichst zu schonen.

Die Ärzte werden allerdings auf einem einzelnen Stuhlgang „bestehen“, d.h. die Ärzte werden Ihnen sehr wahrscheinlich mitteilen, dass sie Sie nicht entlassen können, bis Sie wenigstens ein Mal Stuhlgang hatten. Dieser erste Stuhlgang ist also sozusagen eine „Pflichtübung“, an der Sie „nicht vorbeikommen“. Dadurch soll vermutlich sichergestellt werden, dass Ihr Anus richtig funktioniert bzw. dass die Stuhlentleerung richtig funktioniert.

Sie werden nach der Operation jeden Tag Abführmittel bzw. Stuhlerweicher wie z. Bsp. Laevolac und / oder z. Bsp. Molaxole von der Klinik bekommen, die bewirken sollen, dass Sie möglichst jeden Tag Stuhlgang haben und der Stuhl weich ist. Sie sollten diese Abführmittel bzw. Stuhlerweicher in Ihrem eigenen Interesse einnehmen, denn je länger sich der nach der Operation im Darm verbliebene Stuhl im Darm befindet, desto mehr Wasser entzieht der Körper dem Stuhl und desto härter wird der Stuhl!
Kommen Sie daher nicht auf die Idee, die Abführmittel oder Stuhlerweicher nicht zu nehmen, um Stuhlgänge zu vermeiden, da Sie sonst in die schlimme Lage kommen könnten, harten Stuhl herauspressen zu müssen, der dann über die frischen Wunden schrammen und diese möglicherweise wieder aufreißen würde, was zu Blutverlust und Komplikationen führen könnte, ganz zu schweigen von den Schmerzen, die das verursachen würde.  
(Dieser Effekt, dass der Körper dem Stuhl Wasser entzieht, je länger er im Darm liegt, lässt sich auch durch das Trinken von viel Wasser kaum beeinflussen, d.h. kommen Sie auch nicht auf die Idee, durch das Trinken von besonders viel Wasser um die Abführmittel oder Stuhlerweicher und die damit verbundenen Stuhlgänge herumkommen zu wollen, denn das funktioniert nicht!!! Trinken Sie nach der Operation aber generell viel Wasser oder Tee, da das allgemein gesund ist und Ihrem Körper hilft, sich zu regenerieren.)

Für den ersten Stuhlgang rate ich Ihnen, unbedingt die natürliche Hocksitzhaltung zu benutzen, da man in dieser Haltung viel leichter als in der herkömmlichen Sitzhaltung defäkieren kann, da man kaum mehr pressen muss, d.h. Sie können sich dadurch viele Schmerzen ersparen und Ihre Wunden schonen.
Verwenden Sie dafür den Nachttopf, den Sie in die Klinik mitgebracht haben.
Kommen Sie danach nicht auf die Idee, nach dem ersten Stuhlgang mit trockenem Klopapier über die frischen Wunden zu „schrubben“, sondern tupfen Sie die Wunden stattdessen vorsichtig mit (am besten feucht bzw. leicht nass gemachtem) Klopapier ab, stellen Sie sich dann in die Dusche und spülen die Wunde mit einem schwachen, lauwarmen Duschstrahl gründlich ab. Die paar Kotpartikel tun dem Abfluss nichts. Machen Sie dies nach jedem Stuhlgang!

Leider wird dieser erste Stuhlgang auch in der natürlichen Hocksitzhaltung wahrscheinlich sehr unangenehm und schmerzhaft sein (allerdings weit weniger schmerzhaft als in der herkömmlichen Sitzhaltung).

Deswegen werden Sie nach diesem „Erlebnis“ sehr wahrscheinlich den Wunsch haben, weitere Stuhlgänge möglichst zu vermeiden.

Allerdings muss Ihnen klar sein, dass Sie zuvor noch den „Reststuhl“, d.h. den Stuhl, der sich zu diesem Zeitpunkt noch in Ihrem Darm befindet, ausscheiden müssen, alleine schon, um zu verhindern, dass dieser eine längere Zeit lang im Darm liegenbleibt und sich harter Stuhl bildet, d.h. nehmen Sie in Ihrem eigenen Interesse auf jeden Fall weiterhin täglich die Stuhlerweicher bzw. Abführmittel ein!

Sie können aber sofort nach Ihrem „ersten nachoperativen Stuhlgang“ bereits auf reine Flüssignahrung umstellen, z. Bsp. auf Fresubin Energy oder Fresubin Protein Energy. Am besten wechseln Sie zwischen diesen beiden Varianten und den verschiedenen Geschmacksrichtungen hin und her.
(Von Flüssignahrung mit zugesetzten Ballaststoffen rate ich ab, da sich dadurch mehr Stuhl bilden könnte, d.h. trinken Sie z. Bsp. kein „Fresubin Fibre“, da dort Ballaststoffe zugesetzt sind…)

Achtung - ich gehe davon aus, dass Sie einen gesunden Darm haben, der längere Zeit lang mit reiner Flüssignahrung ohne Ballaststoffe zurecht kommt. Wenn Sie diesbezüglich irgendwelche Zweifel haben, rate ich Ihnen, mit Ihrem Arzt zu besprechen, ob Sie auf reine Flüssignahrung umstellen können oder nicht, d.h. BEVOR Sie auf reine Flüssignahrung umstellen!

Durch die Trinknahrung können Sie erreichen, dass Ihr „zukünftiger Stuhl“ sehr weich bzw. wässrig sein wird und auch die „Gesamt-Stuhlmenge“ VIEL geringer ausfallen wird, als das bei einer Ernährung mit fester Nahrung der Fall gewesen wäre.

Sie können sich also durch die Umstellung auf Trinknahrung sehr viele Schmerzen und Qualen ersparen!

Essen Sie nach Ihrem ersten Stuhlgang nichts Festes mehr, sondern trinken Sie nur noch Ihre Flüssignahrung und andere klare Flüssigkeiten ohne feste Bestandteile, wie z. Bsp. klare Säfte, Tee, klare Suppen und so weiter.

Lassen Sie das Krankenhausessen unangetastet stehen, außer, wenn es z. Bsp. einmal eine klare Suppe gibt, wie z. Bsp. eine durchsichtige Fleischsuppe ohne feste Bestandteile.
(Das Krankenhausessen ist in den meisten Krankenhäusern ohnehin minderwertig und enthält kaum Nährstoffe, da die meisten Krankenhäuser offenbar der Meinung sind, dass das Essen für die Patienten nichts weiter als ein Kostenfaktor sei, den man auf das unterste Minimum reduzieren müsse, ohne dass das irgendwelche negative Konsequenzen für die Patienten hätte.)  

Machen Sie sich bitte keine Illusionen, dass sich die Ärzte oder das Krankenhaus „Ihren Kopf zerbrechen“ würden und z. Bsp. darüber nachdenken würden, wie man Ihnen Stuhlgänge und die damit verbundenen Schmerzen ersparen könnte, sondern man wird „selbstverständlich“ erwarten, dass Sie – wie alle anderen Patienten auch – das feste Krankenhausessen zu sich nehmen und sich dann – wie alle anderen Patienten auch – mit den daraus resultierenden „großen“ und entsprechend qualvollen Stuhlgängen abquälen werden…doch bei diesem „Spiel“ müssen Sie nicht mitmachen!!!

Nehmen Sie die Abführmittel und Stuhlerweicher auch nach der Umstellung auf Flüssignahrung noch einige Zeit weiter ein, wenigstens während Ihrer Zeit im Krankenhaus, um sicherzustellen, dass der gesamte „Reststuhl“ (d.h. die feste Nahrung, die Sie vor Ihrer Zeit im Krankenhaus noch zu sich genommen haben) ausgeschieden wird und dass der Stuhl immer so weich wie möglich ist.  

Nutzen Sie bei jedem Stuhlgang die natürliche Hocksitzhaltung!
(Ich empfehle Ihnen übrigens auch für die Zeit nach der Operation, d.h. nachdem Ihre Wunden bereits längst verheilt sind, bei der natürlichen Hocksitzhaltung zu bleiben, da diese Haltung viele gesundheitliche Vorteile bietet bzw. potenziell viele Krankheiten verhüten kann, lesen Sie dazu auf www.darmhilfe.de...)

Um eine möglichst schnelle Wundheilung sicherzustellen, sollten Sie nach der Operation jeden Tag außerdem mehrere Gramm Vitamin C einnehmen (z. Bsp. in Form von Natriumaskorbat, d.h. gepuffertem Vitamin C), z. Bsp. 4 x täglich 3 bis 5 Gramm, also insgesamt z. Bsp. täglich 12 bis 20 Gramm, z. Bsp. morgens, mittags, abends und nachts. Fragen Sie aber auf jeden Fall Ihren behandelnden Arzt, ob er mit einer Vitamin C Einnahme einverstanden ist, um Wechselwirkungen mit anderen schulmedizinischen Medikamenten auszuschließen!
Wenn Sie 5 Gramm auf einmal nicht vertragen – was sich kurze Zeit nach der Einnahme z. Bsp. in Form von Blähungen oder Durchfall äußern würde – reduzieren Sie eine einzelne Dosis z. Bsp. auf 4 oder 3 Gramm oder verteilen Sie die Dosen häufiger über den Tag.
Trinken Sie nach jeder Dosis wenigstens ¼ Liter lauwarmes Wasser oder Tee, besser noch ½ Liter.
(Reines Vitamin C in Form von Askorbinsäurepulver empfehle ich persönlich nicht, weil es extrem sauer ist und daher auch schlecht für den Magen sein kann, besonders, wenn es nicht in ausreichend Wasser aufgelöst wurde. Lösen Sie es also immer in einer großen Menge Wasser auf, z. Bsp. in ½ Liter lauwarmem Wasser. Reines Askorbinsäurepulver sollte übrigens auch nicht auf die Zähne gelangen, da es die Zähne schädigen kann, d.h. wenn sollte man es nur mit einem Strohhalm trinken und auf diese Weise an den Zähnen vorbei leiten…)

Versuchen Sie, in Ihrer Zeit im Krankenhaus möglichst wenig Schmerzmittel zu sich zu nehmen, da es wichtig ist, dass Sie spüren können, wenn Sie irgendetwas tun, was die Wunde schädigt…wie z. Bsp., eine schlechte Liege- oder Sitzhaltung, zu starkes Pressen am WC, Husten bzw. zu starkes Husten etc. etc..

Unmittelbar nach der Operation werden die Schmerzen allerdings ziemlich stark sein, d.h. in den ersten Tagen ist es sinnvoll, Schmerzmittel einzunehmen, damit Sie schlafen können und um Ihrem Körper bzw. Ihrem Nervensystem die stärksten Schmerzen und den Stress, der damit verbunden ist, zu ersparen.

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Nach Ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus

Ich empfehlen Ihnen, auch nach Ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus weiterhin die natürliche Hocksitzhaltung zu praktizieren, weiterhin Vitamin C zu nehmen und weiterhin ausschließlich Flüssignahrung zu trinken, so lange, bis Ihre Wunde wenigstens „notdürftig“ verheilt ist bzw. Sie den durch feste Nahrung verursachten Stuhlgang wieder einigermaßen schmerzfrei ertragen können.
(Unter „fester Nahrung“ verstehe ich natürlich „weiche feste Nahrung“, d.h. also auf keinen Fall „harte Lebensmittel“ wie z. Bsp. Nüsse. Essen Sie auch keine Lebensmittel, die Verstopfung fördern können…)

In den ersten Tagen nach Ihrem Krankenhausaufenthalt sollten Sie meiner Meinung nach weiterhin täglich die Abführmittel und/oder Stuhlerweicher einnehmen, bzw. halten Sie sich diesbezüglich an die Empfehlungen Ihres Arztes.

Nach einiger Zeit, d.h. wenn Sie glauben, dass Sie „so weit sind“, können Sie die Abführmittel und/oder Stuhlerweicher auch testhalber einmal absetzen, schließlich nehmen Sie dann schon seit längerer Zeit ausschließlich Flüssignahrung zu sich und der „Rest-Stuhl“ müsste schon längst ausgeschieden sein, d.h. Ihr Stuhl sollte dann auch ohne Abführmittel und ohne Mittel sehr weich und leicht auszuscheiden sein. Beobachten Sie, ob Ihr Stuhlgang ohne diese Mittel regelmäßig funktioniert oder nicht, und ob er weich genug ist. Falls nicht, nehmen Sie die Abführmittel und/oder Stuhlerweicher einfach noch einige Zeit lang weiter ein, bzw. besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.  

Wenn Sie mit dem Milligan-Morgan-Verfahren operiert wurden, müssen Sie mit einer langen Heilungszeit rechnen, d.h. es kann lange dauern, bis Sie wieder völlig schmerzfreien Stuhlgang haben können, z. Bsp. ein oder zwei Monate.

Was feste Nahrung betrifft, denke ich, dass Sie z. Bsp. nach ca. drei oder vier Wochen nach der Operation probehalber wieder feste Nahrung zu sich nehmen können. Beobachten Sie, ob Ihre Verdauung gut funktioniert und Sie regelmäßig „von selbst“ Stuhlgang haben. Wenn längere Zeit „nichts passiert“, d.h. wenn Sie eine längere Zeit lang keinen Stuhlgang haben, nehmen Sie UNBEDINGT wieder die Abführmittel und Stuhlerweicher, um zu verhindern, dass der Stuhl hart wird! Das gleiche gilt, wenn Ihnen der durch feste Nahrung verursachte Stuhl beim Defäkieren Probleme oder zu starke Schmerzen bereitet. Nehmen Sie dann einfach wieder die Abführmittel und/oder Stuhlerweicher und stellen wieder auf die Flüssignahrung um. Vergessen Sie nicht, viel zu trinken! Sie können diesen Versuch später wiederholen, wenn die Wunde besser verheilt ist bzw. sich Ihre Verdauung wieder normalisiert hat.

Abschließend möchte ich feststellen, dass ich der Meinung bin, dass man sich auf die geschilderte Art und Weise den Großteil der Schmerzen und Qualen, die „normalerweise“ mit einer Hämorrhoidenoperation verbunden sind, ersparen kann, weswegen ich diesen Text geschrieben habe :-)

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« Letzte Änderung: 12. Februar 2017, 23:06:52 von Darmhilfe » Gespeichert
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